Zum Jahresende gab es noch einmal ein Highlight bei „inclusio meets music“ im Bistro inclusio in Erkelenz. Fünf Jahre nach ihrer Auflösung trafen sich die Mitglieder der Cover-Band „Third Generation“ zu einem Revival-Konzert. Unterstützt wurden sie von Percussionistin Miriam Hennen und Sänger Daniel Stolz. Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Heinz-Willi Jansen dankte der Initiatorin der Reihe Beate Theissen und Ute Jansen sowie Maria Nowak für deren Engagement und überreichte Blumensträuße. Vor ausverkauftem Haus und einem begeisterten Publikum geriet der Abend zur Gedenkveranstaltung für den ehemaligen „Third Generation“-Gitarristen Winnie Theissen, der in der Vorwoche nach schwerer Krankheit verstorben war. Am Ende eines denkwürdigen Abends stiegen zahlreiche Luftballons zu seinem Gedenken in den Nachthimmel auf.

 

Seit vielen Jahren feiern die Bewohner, Eltern und Betreuer der Wohnstätte Kirchhoven gemeinsam das St. Martinsfest mit dem Katholischer Kindergarten St. Hubertus Kirchhoven. Ein West-Bühnenwagen wurde im Innenhof der Wohnstätte aufgestellt und von den Bewohnern dekoriert. Ein Umzug vom Kindergarten bis zur Wohnstätte – traditionell begleitet vom Instrumental-Verein Kirchhoven e.V - endete an der Bühne im Innenhof, wo ein Martinsspiel stattfand. Der St. Martin, der in jedem Jahr von einem Bewohner der Wohnstätte dargestellt wird, verteilte Weckmänner. Die freiwillige Feuerwehr Kirchhoven entzündete das Martinsfeuer und sorgte für die nötige Sicherheit. Den Abschluß schließlich bildete ein Umtrunk mit leckerem Glühwein.

Mit rund eineinhalb Jahren Verspätung baut die Lebenshilfe Heinsberg mit Unterstützung der Stadt Hückelhoven in Ratheim eine barrierefreie Kindertagesstätte für Kinder mit und ohne Behinderung. 

„Eigentlich wollten wir schon im Sommer 2016 den geplanten Neubau in Ratheim beziehen, die Voranmeldungen liefen und zahlreiche Familien hatten ihre Kinder bereits für die neue Kindertagesstätte in Ratheim angemeldet“, erinnert sich Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg. Aber letztendlich ließ sich die Kindertagesstätte auf dem geplanten Baugrundstück nicht realisieren.

Aufgrund der zahlreichen Anmeldungen und fortgeschrittenen inhaltlichen Planungen der neuen Kindertagesstätte setzte sich die Stadt Hückelhoven für eine Übergangslösung ein und stellte Räume in der Grundschule Im Weidengrund in Ratheim zur Verfügung. So konnte die neue Tagesstätte zum Kitajahr 2016-2017 mit zwei Gruppen und 40 Kindern starten.

Aus der Notlösung wurde eine perfekte Übergangssituation: „Der große Klassenraum in der Gemeinschaftsgrundschule mit einem angrenzenden Außengelände ist eine ideale vorübergehende Lösung“, freut sich die leitende Koordinatorin Michèle de Greef. „Wir fühlen uns sehr willkommen! Die Schule und zahlreiche Privatpersonen haben uns zur Begrüßung Spielsachen geschenkt. Wir können neben dem Klassenraum auch die Turnhalle benutzen und werden zu den Schulfeierlichkeiten eingeladen.“ Gemeinsam mit den Grundschülern sind auch schon Aktionen und Ausflüge, etwa zum Apfelfest der Lebenshilfe organisiert worden. „Das ist eine tolle Zusammenarbeit zwischen Kita und Schule, die wir gerne in Zukunft aufrechterhalten wollen!“

In der Zwischenzeit hat die Stadt Hückehoven ein alternatives Baugrundstück für die neue Kindertagesstätte gefunden: Am Diebsweg, gleich neben der Grundschule Im Wiedengrund, rollen seit ein paar Tagen die Bagger an. Auf dem 5741 qm² großen Grundstück entsteht eine rund 800qm² große, barrierefreie Tagesstätte in Passivbauweise mit drei Gruppenräumen für insgesamt 60 Kinder mit und ohne Behinderung. Geplant sind zudem ein Foyer und eine Mehrzweckhalle für Spiel- und Sportangebote oder Veranstaltungen. In barrierefreien Therapieräumen wird die interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Heilpädagogik, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie für Kinder mit Förderbedarf anbieten. „Das erspart den Familien zusätzliche Anfahrtswege, die koordinierte Zusammenarbeit unter einem Dach verringert Aufwand und Barrieren in der Förderplanung und garantiert eine effektive Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Therapeuten“, so Edgar Johnen.

Ein großzügig angelegter Innenhof mit Podium für Veranstaltungen, große Außenterrassen, ein Kräutergarten und eine Obstwiese sowie ein rund 1100 qm² großer Außenspielbereich werden viel Raum für gemeinsames Spielen und Lernen im Freien bieten. Die unbebaute, ruhige Lage mit Blick auf die Felder und bewaldete Halde, aber auch die unmittelbare Nachbarschaft zur Grundschule Im Weidengrund sind ideal, betont Edgar Johnen:  „Letztendlich stellen wir fest, dass sich die anfänglichen Probleme in der Bauplanung, das Warten und Improvisieren gelohnt haben. Denn wenn der Neubau 2018 bezogen werden kann, fühlen wir uns in Ratheim bereits zu Hause. Die enge Zusammenarbeit mit der Grundschule wird sich auch in Zukunft positiv auf die Vorschulzeit der Kinder auswirken!“

 

 

Mit einem selbstgestalteten Buch bedankten sich die SchülerInnen der Klasse 3a der Gesamtgrundschule „Im Weidengrund“ Ratheim für die Einladung zum Apfelfest der Lebenshilfe. Sie waren zum Dank dafür, dass die Triangel-Kita der Lebenshilfe vorübergehend in den Räumlichkeiten der Schule untergekommen ist, mit dem Reisebus abgeholt worden. Nachdem sie von Udo Rapp in die Geheimnisse des Apfelpressens eingeführt worden waren, bastelten sie - unterstützt von Angestellten der Lebenshilfe - und gestalteten Tragetaschen. Abschließend gab es für alle noch die legendären Apfel-Pfannkuchen der Lebenshilfe.

 

 

 

„Die Mutter aller Liebesgeschichten“ gab es am Internationalen Tag des Menschen mit Behinderung (3. Dezember) als Hörtheater im Lebenshilfe-Bistro Inclusio. Gemeint ist natürlich Shakespeares „Romeo und Julia“, das von der tödlichen Liebe zweier Adelskinder im mittelalterlichen Verona handelt. Jeder kennt die Geschichte und ihr trauriges Ende. Das Besondere diesmal: Es handelte sich um eine völlig neue Präsentation. Denn das Stück wurde in Form des Hör-Theaters und in leichter Sprache präsentiert. Das machte die Geschichte um die Liebe der beiden nicht weniger spannend. Gelesen wurden die einzelnen Rollen des Stückes von immer wechselnden Stimmen. Insgesamt sechs „Schauspieler“ umfasst das Hör-Theater. Neben dem Initiator Helmut Wichlatz sind dies die Mönchengladbacher Jugendbuchautorin Andrea Rings, Ulrike Horn und Carolin Gerhards von der Lebenshilfe sowie der Erkelenzer Autor Kurt Lehmkuhl und der Hörbuchsprecher und Journalist René Wagner. Der Vorsitzende der Lebenshilfe Heinsberg, Klaus Meier, betonte bei der Begrüßung, dass Kultur auch ein Betätigungsfeld der Inklusion du gesellschaftlichen teilhabe sei. In diesem Bereich ist die Lebenshilfe schon eine Weile aktiv. Seit einigen Jahren gehören Schreibwerkstätte und der sogenannte Lea Leseklub auch zu den Freizeitangeboten der Lebenshilfe. Das Hör-Theater bezeichnete Meier als weiteren Baustein auf dem Weg zur Inklusion. Es ermögliche Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen Teilhabe an kulturellen Angeboten. Die rund 50 Zuhörer, die zu Kaffee und Kuchen im Inclusio das Kopfkino einschalteten, blieben bei der rund einstündigen Lesung konzentriert bei der Sache. Da die Vortragenden auf jedes Schauspiel verzichteten und allein durch ihre Stimmen wirken konnten, blieb Raum für die Fantasie der Zuhörer. Vor allem Carolin Gerhards überzeugte als Julia, die sich naive Gedanken über die Liebe und den Sex machte. Gemeinsam erblickte man im Kopf am Flussufer die als Dienstmädchen verkleidete Julia, besuchte den verhängnisvollen Ball im Hause der Capulets, balzte und schmachtete unter dem Balkon und fand dann zusammen, bevor die verhängnisvollen Ereignisse ihren Lauf nahmen. Als am Ende Romeo und Julia das Zeitliche gesegnet hatten und begraben waren, flossen im Publikum durchaus einige Tränen. Mit Romeo und Julia wollen die Theater-Vorleser nun auch vor Grundschülern und in anderen Einrichtungen auftreten. Im Sommer beginnen dann die Vorbereitungen für das nächste Stück, verriet Helmut Wichlatz. Damit wird das Hör-Theater voraussichtlich im November Premiere feiern.

Helmut Wichlatz